Das Geheimnis des Lebens
und das Geheimnis des Todes
sind verschlossen in zwei Schatullen,
von denen jede den Schlüssel
zur anderen enthält.

Mahatma Ghandi
 

 

 

Leitbild

Bei meiner Arbeit als Sterbe- und Trauerbegleiterin orientiere ich mich an folgenden Zielen, Prinzipien, Überzeugungen und Werten.


Jeder Mensch hat Anspruch auf einen würdigen und friedlichen Tod in einer freundlichen und liebevollen Umgebung. Jeder Mensch hat im Hinblick auf das eigene Leben(sende) andererseits aber auch die Verantwortung, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für dieses Ziel zu engagieren.


Aktive Sterbehilfe halte ich persönlich nur in ganz wenigen Fällen für ein erforderliches Mittel, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Ich lehne sie daher nicht grundsätzlich und ausnahmslos ab, engagiere mich jedoch auch nicht für eine gesetzliche Regelung in Deutschland.


Vielmehr bin ich der Überzeugung, dass die meisten Wünsche nach aktiver Sterbehilfe nicht entstehen, wenn die Betroffenen sich auch am Ende ihres Lebens rund herum gut versorgt fühlen. Das betrifft vor allem eine gute Schmerztherapie und auch eine liebevolle, einfühlsame Pflege und Sterbebegleitung.


Von zentraler Bedeutung ist hierbei, dass man tatsächlich sterben darf und dass das physische Leben nicht durch Intensivmedizin künstlich verlängert wird. Obwohl mir bewusst ist, dass wir uns auch in diesem Feld auf schwankendem Boden bewegen, befürworte ich doch klar das Instrument der Patientenverfügung, mit der man vorsorglich festlegen kann, dass keine lebensverlängernden Maßnahmen eingeleitet werden sollen.


Ich bin dem Hospizgedanken eng verbunden und ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Hospizgruppe Ahrensburg, die ambulante Sterbe- und Trauerbegleitung anbietet.


Religion und Spiritualität stellen eine wesentliche Basis meiner Arbeit dar, wobei meine Angebote nicht einer bestimmten Religion oder Spiritualität verpflichtet sind. Ich respektiere alle nicht-autoritären, menschenfreundlichen religiösen und spirituellen Wege und verstehe mich auch und gerade als Gesprächspartnerin und Beraterin in diesem Feld. Denn religiöse und spirituelle Erfahrungen und Anschauungen sowie Rituale und Übungen sind von grundlegender Bedeutung für das Erleben von Sterben, Tod und Trauer.

Ich halte die Fähigkeiten, sich konstruktiv zu trennen und zu verabschieden, sich vertrauensvoll und offen dem Werden und Vergehen des Lebens hinzugeben, für zentrale und grundlegende Kompetenzen, sozusagen für Schlüsselqualifikationen eines glücklichen Menschen. Denn ohne mich von einem Zustand wirklich gelöst zu haben, kann ich in einem neuen nicht wirklich ankommen. Gleichzeitig sind in unserer an Ritualen so verarmten Zeit viele Hilfsmittel und Unterstützungsformen für die Gestaltung und Bewältigung solcher immer auch herausfordernden Übergangssituationen verloren gegangen. Es ist mir ein Anliegen, mit meinen Angeboten zum Aufbau einer konstruktiven Abschiedskultur und zur Entwicklung von Übergangsritualen in zeitgemäßer Form beizutragen.


In meiner Arbeit als Psychotherapeutin und Beraterin gehe ich davon aus, dass alle Menschen über ein enormes Potential zur Lösung von Problemen verfügen, das es in Therapie und Beratung "nur" zu aktivieren gilt. Ich verstehe mich insofern eher als Dienstleisterin mit einem durch diverse Aus- und Fortbildungen und durch langjährige Praxis gut gefüllten Instrumentenkoffer, weniger als "Heilerin".


Die Kooperation mit anderen Dienstleistern, Helfern, Einrichtungen und Organisationen zum Wohle jeder einzelnen Klientin und jedes einzelnen Klienten sowie zum Aufbau eines tragfähigen Netzwerkes für Menschen "am Rand der Zeit" ist mir eine wichtige und notwendige Ergänzung zur eigenständigen Tätigkeit in meiner Praxis.