Leitbild
Bei meiner Arbeit als Sterbe- und Trauerbegleiterin orientiere
ich mich an folgenden Zielen, Prinzipien, Überzeugungen und Werten.
Jeder Mensch hat Anspruch auf einen würdigen und friedlichen Tod
in einer freundlichen und liebevollen Umgebung. Jeder Mensch hat
im Hinblick auf das eigene Leben(sende) andererseits aber auch die
Verantwortung, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für dieses Ziel
zu engagieren.
Aktive Sterbehilfe halte ich persönlich nur in ganz wenigen Fällen
für ein erforderliches Mittel, um diesem Anspruch gerecht zu werden.
Ich lehne sie daher nicht grundsätzlich und ausnahmslos ab, engagiere
mich jedoch auch nicht für eine gesetzliche Regelung in Deutschland.
Vielmehr bin ich der Überzeugung, dass die meisten Wünsche nach
aktiver Sterbehilfe nicht entstehen, wenn die Betroffenen sich auch
am Ende ihres Lebens rund herum gut versorgt fühlen. Das betrifft
vor allem eine gute Schmerztherapie und auch eine liebevolle, einfühlsame
Pflege und Sterbebegleitung.
Von zentraler Bedeutung ist hierbei, dass man tatsächlich sterben
darf und dass das physische Leben nicht durch Intensivmedizin künstlich
verlängert wird. Obwohl mir bewusst ist, dass wir uns auch in diesem
Feld auf schwankendem Boden bewegen, befürworte ich doch klar das
Instrument der Patientenverfügung, mit der man vorsorglich festlegen
kann, dass keine lebensverlängernden Maßnahmen eingeleitet werden
sollen.
Ich bin dem Hospizgedanken eng verbunden und ehrenamtliche Mitarbeiterin
in der Hospizgruppe Ahrensburg, die ambulante Sterbe- und Trauerbegleitung
anbietet.
Religion und Spiritualität stellen eine wesentliche Basis meiner
Arbeit dar, wobei meine Angebote nicht einer bestimmten Religion
oder Spiritualität verpflichtet sind. Ich respektiere alle
nicht-autoritären, menschenfreundlichen religiösen und
spirituellen Wege und verstehe mich auch und gerade als Gesprächspartnerin
und Beraterin in diesem Feld. Denn religiöse und spirituelle
Erfahrungen und Anschauungen sowie Rituale und Übungen sind
von grundlegender Bedeutung für das Erleben von Sterben, Tod
und Trauer.
Ich halte die Fähigkeiten, sich konstruktiv zu trennen und zu verabschieden,
sich vertrauensvoll und offen dem Werden und Vergehen des Lebens
hinzugeben, für zentrale und grundlegende Kompetenzen, sozusagen
für Schlüsselqualifikationen eines glücklichen Menschen. Denn ohne
mich von einem Zustand wirklich gelöst zu haben, kann ich in einem
neuen nicht wirklich ankommen. Gleichzeitig sind in unserer an Ritualen
so verarmten Zeit viele Hilfsmittel und Unterstützungsformen für
die Gestaltung und Bewältigung solcher immer auch herausfordernden
Übergangssituationen verloren gegangen. Es ist mir ein Anliegen,
mit meinen Angeboten zum Aufbau einer konstruktiven Abschiedskultur
und zur Entwicklung von Übergangsritualen in zeitgemäßer Form beizutragen.
In meiner Arbeit als Psychotherapeutin und Beraterin gehe ich davon
aus, dass alle Menschen über ein enormes Potential zur Lösung von
Problemen verfügen, das es in Therapie und Beratung "nur" zu aktivieren
gilt. Ich verstehe mich insofern eher als Dienstleisterin mit einem
durch diverse Aus- und Fortbildungen und durch langjährige Praxis
gut gefüllten Instrumentenkoffer, weniger als "Heilerin".
Die Kooperation mit anderen Dienstleistern, Helfern, Einrichtungen
und Organisationen zum Wohle jeder einzelnen Klientin und jedes
einzelnen Klienten sowie zum Aufbau eines tragfähigen Netzwerkes
für Menschen "am Rand der Zeit" ist mir eine wichtige und notwendige
Ergänzung zur eigenständigen Tätigkeit in meiner Praxis.
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