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Newsletter 1-2006
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13. Januar 2006

Der Januar

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald.
Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Man steht am Fenster und wird langsam alt.

Die Amseln frieren. Und die Krähen darben.
Und auch der Mensch hat seine liebe Not.
Die leeren Felder sehnen sich nach Garben.
Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben.
Und wär so gerne blau und gelb und rot.

Umringt von Kindern wie der Rattenfänger,
tanzt auf dem Eise stolz der Januar.
Der Bussard zieht die Kreise eng und enger.
Es heißt, die Tage würden wieder länger.
Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.

Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern.
Und niemand hält sie auf und fordert Zoll.
Silvester hörte man’s auf allen Sendern,
dass sich auch unterm Himmel manches ändern
und, außer uns, viel besser werden soll.

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Kriege?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.

Aus „Die dreizehn Monate“ von Erich Kästner

Gedanken zum Januar
Er ist benannt nach dem altrömischen Gott Janus, dem Gott des Eingangs und des Anfangs, der mit seinen zwei Gesichtern gleichzeitig in die Vergangenheit und in die Zukunft blickt und der mit Schlüssel und Pförtnerstab die Schwelle hütet. Ihm war nicht nur der erste Monat des Jahres geweiht, sondern auch die ersten Stunden des Tages und die ersten Tage eines jeden Monats.
Eine gute Portion von diesem Anfängergeist, der das Vergangene bewusst abschließt und sich dem Neuen offen zuwendet, der von Augenblick zu Augenblick immer wieder neu beginnt, wünsche ich mir und Ihnen für alle großen und kleinen Übergänge dieses Jahres!

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Meine Angebote
Vom Festhalten und Loslassen
Offene Gesprächsgruppe zu den Themen Sterben, Tod und Trauer
Jeweils am 3. Donnerstag im Monat, 19.00 – 21.30 Uhr
19. Januar 2006
Ballindamm 9, 20095 Hamburg
Teilnahmebeitrag: 20 €
Bitte melden Sie sich telefonisch (040-29 88 10 32) oder
schriftlich unter info@am-rand-der-zeit.de an.
Ausführliche Informationen finden Sie auf der Homepage www.am-rand-der-zeit.de

Führe Deine Seele aus
Sonntagsspaziergänge in Gemeinschaft
Eine Kooperation mit dem Haus der Zeit – Bestattungshaus Bauermann http://www.hausderzeit.de/

Einmal im Monat biete ich im Haus der Zeit einen Sonntagsspaziergang an. Jeder Spaziergang steht unter einem Motto, auf das wir uns in der Eröffnungsrunde einstimmen. Dann brechen wir zu einem etwa zweistündigen Spaziergang auf, für den Sie festes Schuhwerk tragen sollten. Während der zweiten Stunde schweigen wir wie auf einem Pilgerweg miteinander. Bei Kaffee und Kuchen lassen wir den Nachmittag im Haus der Zeit ausklingen.

Teilnehmen können alle, die dazu Lust haben. Insbesondere eingeladen sind Trauernde und pflegende Angehörige.

Termine und Themen 2006
5. Februar: Unsere Nasen sind aus Pappe. Und aus welchem Stoff sind wur?
12. März: In Baum und Krume regt sich’s allenthalben.
2. April: Das Jahr wird älter und täglich jünger. O Widerspruch voll Harmonie!
7. Mai: Melancholie und Freude sind wohl Schwestern.
25. Juni: Aus manchem, was das Herz erfuhr, wird, bestenfalls, Erfahrung.
23. Juli: Still ruht die Stadt. Es wogt die Flur.
27. August: Nichts bleibt, mein Herz, und alles ist von Dauer.
24. September: ... und was vorüber schien, beginnt.
29. Oktober: Bis ans Ende musst du gehen.
19. November: Was man besaß, weiß man, wenn man’s verlor.
10. Dezember: Das Jahr kennt seinen letzten Tag, und du kennst deinen nicht.

Ort: Haus der Zeit, Bornkampsweg 40 a, 22926 Ahrensburg
(U-Bahn-Station Buchenkamp)
Wegbeschreibung:
http://www.am-rand-der-zeit.de/images/teaser/wegbeschreibung.jpg
Zeit: 14.00 – 17.30 Uhr
Teilnahmebeitrag: 15 €
Bitte melden Sie sich telefonisch (040-29 88 10 32) oder
schriftlich unter info@am-rand-der-zeit.de an.

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Interessante Informationen und Links
Sterbebegleitung in Pflegeheimen
Die Hamburger Sozialbehörde hat ein Förderprogramm zur Sterbebegleitung in Pflegeheimen gestartet. Mit insgesamt 300 000 Euro werden Heime unterstützt, die Personal und Ehrenamtliche fortbilden, um die Ideen der Hospizbewegung stärker in die Arbeit einzubeziehen.

Seminar mit Christine Longacker
Mitfühlende Kommunikation in der Begleitung Sterbender und ihrer Familien
15. – 19. März 2006-01-13 Bad Zwesten
Nähere Informationen unter www.spcare.org/de und telefonisch bei Andreas Dischereit 0208-43 62 99

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Die Wortklauberei des Monats
Unter dieser Überschrift gebe ich im Newsletter Tipps zum sorgfältigen und hilfreichen Umgang mit Sprache.
Vom „aber“ zum „und“
Dieses eigentlich uralte Wissen um die zerstörerische Kraft des Entweder-oder und um die heilsame des Sowohl-als-auch geht im Alltagsgetümmel der beruflichen und privaten Kommunikation doch immer wieder verloren und wir zücken allzu oft die „Ja, aber“-Karte, wischen damit das andere vom Tisch und stellen unsere Sicht der Dinge darauf. Dort steht sie dann, einsam und allein - bis zum nächsten „Ja, aber ...“ unseres Gesprächspartners (oder –gegners?). Ich finde es immer wieder anregend, ein mir auf der Zunge liegendes „aber“ ganz schlicht durch ein „und“ zu ersetzen und dann erfreue ich mich an diesem kleinen Unterschied, der einen großen Unterschied macht.

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Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern dieses Newsletters noch einen schönen Januar und grüße Sie herzlich!

Ihre Annette-Susanne Hecker
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